Gemeinde Elbe

Die Gemeinde Elbe besteht aus den Orten Groß Elbe, Klein Elbe und Gustedt und befindet sich nordöstlich gelegen im Samtgemeindegebiet und besteht aus drei Ortsteilen. Kurze Wege nach Baddeckenstedt als Grundzentrum der Samtgemeinde erschließen sich der Bevölkerung. Das Stadtgebiet Salzgitter befindet sich nur wenige Kilometer entfernt.

Die Ortsteile der Gemeinde Elbe liegen im reizvollen Harz-Panorama und sind durch die nahe Bundesstraße gut an die Nachbarstädte angebunden. Die dörfliche Tradition und der Zusammenhalt in der heimatlichen Gemeinschaft kennzeichnen das Gemeindegebiet.

Das in seinen Anfängen bis in die Zeit um Christi Geburt zurückreichende Dorf Groß Elbe gehörte ehemals zum Salzgau und kam um 1300 zum Amt Wohldenberg. Gustedt hingegen fand bereits im 9. Jahrhundert im Schenkungsregister des Klosters Fulda erstmalige Erwähnung. 1154 erscheint erstmals das Geschlecht der Ritter von Gustedt. Südlich der Lichtenberge in ruhiger Lage gelegen befinden sich die Ortsteile Groß Elbe, Klein Elbe und Gustedt in einer Höhe zwischen 100 und 225 m über NN. Die Dörfer und ihre Umgebung werden stark durch die Landwirtschaft geprägt.

Die Erhaltung der Dorfgeschichte ist Zweck des Kultur- und Dorfgeschichtsvereins Groß Elbe.

Fläche der Gemeinde in km² 16,75
Einwohner Grundlage Zensus 2022 (Stand 30.09.2025)   1.455

Verkehrsanbindung über die Straße Autobahn 7 (Abfahrt Salzgitter/Goslar)
Verkehrsanbindung über die Bahn Baddeckenstedt (Hannover-Bad Harzburg) SZ-Bad bzw. SZ-Ringelheim (Seesen-Braunschweig)

Allgemeiner Verwaltungsvertreter der Gemeinde Elbe ist Philipp Schulze. 

Groß Elbe

Die Geschichte Groß Elbes beginnt nicht erst mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1132, sondern bereits ca. 100 Jahre vor Chr. Geburt. Beim Schulneubau am Südrand des Dorfes im Jahre 1958 fand Erich Rosner Knochenreste, Tonscherben und Eisenschlackenstücke, die auf eine sehr frühe Besiedlung und sogar früheste Eisenverhüttung schließen lassen.

Groß Elbe ist der ersten Siedlungsperiode zuzurechnen, in einer Zeit des Sesshaftwerdens in unserem Raum bis zur Eroberung durch die Sachsen im Jahre 531. Wahrscheinlich stammt das Geschlecht derer von Elbe (früher Elvethe), auf die sich viele der ersten urkundlichen Erwähnungen beziehen, aus dem Stamm der Sachsen.

In der ersten urkundlichen Erwähnung Groß Elbes im Jahre 1132 heißt es: „duos mansos in Elvethe“. Hier übereignete der Bischof von Hildesheim dem Kloster St. Michaelis unter anderem verschiedene Lehen etc. und eben auch die „duos mansos in Elvethe“ - zwei Hufen Landes in Elbe. Leider ist das Original der Urkunde vom 08. auf den 09. Oktober 1943 bei einem Bombenangriff im hannoverschen Staatsarchiv verbrannt.

Das Gebiet Groß Elbes ist wie alle Orte der Samtgemeinde stark landwirtschaftlich geprägt. Über Jahrhunderte lag der Haupterwerb in der Landwirtschaft. Dieses änderte sich erst nach dem 2. Weltkrieg. Heute gibt es viele Pendler in die Industriegebiete Salzgitters und andere umliegende Städte. Im Laufe der Geschichte wurde Groß Elbe von Kriegen, die unser Land heimsuchten, nicht verschont! Im Dreißigjährigen Krieg 1646 hatte der Ort nur noch 208 Einwohner in 40 Häusern. Zum Vergleich: 1572 waren es noch 538 Einwohner in 67 Häusern. Viele Höfe lagen wüst. Der kaiserliche Feldherr Tilly nahm 1626 nach der Schlacht bei Lutter a. Bbg. Quartier im hiesigen Pfarrhaus und nahm zum Dank auch noch die Kirchenglocke mit, um davon Munition zu gießen.

1758 wird Groß Elbe von einem preußischen Freikorps gebrandschatzt. Durch eine Anleihe beim bischöflichen Hochstift in Hildesheim konnte man sich freikaufen. An den Befreiungs-kriegen gegen Napoleon nahmen auch einige Groß Elber teil. Von 1814 - 1866 kamen wir zum Königreich Hannover. Dann wurden wir preußisch.

Viele Schrecken der Kriege sind in der Kirchturmkugel der St. Martins Kirche als Aufzeichnungen eingelagert. Auch in der Kriegschronik von Lehrer Dammeier wird viel über die Wirren des 1. Weltkrieges berichtet. 1879 wird zwischen dem Baron Edgar von Cramm aus Oelber und der Feldmarkinteressentschaft Groß Elbe ein Vertrag geschlossen. Früher hatte der Korn-, Brach- und Fleischzehnte den von Cramms zugestanden. Die Zehntberechtigung ist durch Vertrag vom 13. Juni 1825 abgelöst. Dem Gut Oelber ist dafür eine Entschädigung in Grund und Boden durch die Zehntpflichtigen gewährt. 1901 gründet sich die Freiwillige Feuerwehr. 1907 brennt die Gastwirtschaft Remmert ab. Man spricht von Brandstiftung. 1908: Neubau des Gasthauses in Backsteinausfertigung an selbiger Stelle. 1909 gründet sich der Männergesangverein Liedertafel Groß Elbe. 1910 wird Land zum Ausbau der Landstraße nach Klein Elbe gekauft. Je Morgen 1500 Mark an G. Bruer Groß Elbe. 1913 erhält die Gemeinde elektrisches Licht. 1924 erhält die Gemeinde den ersten Telefonanschluss. 1926 tritt man dem Bund der Deutschen Kriegsgräberfürsorge bei. 1942 wird der Kasselsche Hof für 15.000 RM gekauft (Erster Gemeindekindergarten entsteht). 1943: Eine Motorspritze für die Freiwillige Feuerwehr wird gekauft.

Backsteinausfertigung an selbiger Stelle. 1909 gründet sich der Männergesangverein Liedertafel Groß Elbe. 1910 wird Land zum Ausbau der Landstraße nach Klein Elbe gekauft. Je Morgen 1500 Mark an G. Bruer Groß Elbe. 1913 erhält die Gemeinde elektrisches Licht. 1924 erhält die Gemeinde den ersten Telefonanschluss. 1926 tritt man dem Bund der Deutschen Kriegsgräberfürsorge bei. 1942 wird der Kasselsche Hof für 15.000 RM gekauft (Erster Gemeindekindergarten entsteht). 1943: Eine Motorspritze für die Freiwillige Feuerwehr wird gekauft.

Bis 1995 hat man am Dorferneuerungsprogramm teilgenommen und so konnten hier viele Instandsetzungsmaßnahmen an der ortsbildprägenden Bausubstanz vorgenommen werden. Besonders erwähnenswert ist die mittelalterliche Dorfkirche St. Martin, die durch ihr fast unverändertes Inneres und Äußeres
(Erhaltungszustand aus dem Jahr 1698-Hochbarock-) ein lohnendes Ausflugsziel ist.

Seit einigen Jahrzehnten ist allerdings zu beobachten, dass die dörfliche Infrastruktur immer mehr ausdünnt. Im Ort befindet sich keine Gastwirtschaft mehr. Auch ist kein Lebensmittelgeschäft mehr vorhanden. Der Ort ist relativ gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.

Im Jahre 2023 zeigt sich der Ort als eine ruhige Wohnstätte im Städtedreieck Goslar-Hildesheim-Braunschweig.

Uwe Menzel 



Klein Elbe


Die Geschichte des Ortes ist eng verbunden mit der Groß Elbes. Klein Elbe taucht in den Urkunden erstmals im Jahre 1243 als „minori Elvedhe“ auf. In dieser Urkunde bestätigt Bischof Konrad von Hildesheim dem Kloster Neuwerk in Goslar die Rechtmäßigkeit eines Kaufvertrages – Lippold von Goslar verkauft sein Lehnsrecht, den Zehnten des Dorfes Klein Elbe (minori Elvedhe), für 150 Pfund reinen Silbers an das Kloster Neuwerk. Sein Lehnsherr, Graf Heinrich von Wohldenberg, stimmt diesem zu.

Die Urkunde trägt das Siegel des Bischofs und wird im Bistumsarchiv in Hildesheim verwahrt. Weitere Erwähnungen folgten 1245, 1251, und 1269. Klein Elbe tauchte als „parvo oder parva Elvede“ und „luttigen Elvede“ auf. 1286 wird neben Klein Elbe auch Groß Elbe in einer Urkunde als „majori Elvede“ genannt. Der Ort Elbe im Allgemeinen - bezeichnet nur als „Elvethe“, „Elvede“ oder „Elvedhe“- wurde bereits zuvor im Jahr 1132 erstmalig in einer Urkunde als „duos mansos in Elvethe“ (zwei Hufen in Elbe) beschrieben, danach ein weiteres Mal im Jahr 1188 erwähnt.

In der Ortsnamenforschung bedeutet Elvedhe so viel wie Platz am Wasser oder Siedlung am Fluss, welches in Klein Elbe mit dem Dorfteich und seinen Quellen und die Nähe zur Innerste durchaus zutreffend wäre.
Klein Elbe, an der alten Handelsstraße zwischen Goslar und Hildesheim gelegen, gehörte zu den Stammgütern der Grafen von Wohldenberg und weiteren verschiedenen Grundherren. So zum Beispiel die Maria-Magdalenen-Kapelle und das Kloster Neuwerk in Goslar, sowie das Kloster Wöltingerode, dem 6 Hufen Land in Klein Elbe und eine an der Innerste gelegene Mühle (genannt „Pepermühle“) im Jahr 1251 vom Grafen Heinrich von Wohldenberg geschenkt wurde. Weiterhin war das Geschlecht derer von Elvedhe von den Wohldenberger Grafen mit Grundbesitz in Elvedhe belehnt. In der Zeit von 1130 bis 1304 findet man die „Herren von Elbe“, die dem niederen Adel zuzurechnen sind, in zahlreichen urkundlich erwähnten Verhandlungen wieder, an denen sie in eigener Sache oder auch als Zeugen, Ritter, Ministeriale oder Kanoniker teilnahmen.

Die Ortsgeschichte Klein Elbes ist in dieser Zeit ähnlich der Geschichte seiner Umgebung. So wird der Ort auch unter den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges sehr gelitten haben. Wenige Jahre nach Kriegsende zählte man im Jahr 1664 in Klein Elbe 69 steuerpflichtige, das heißt, über 14 Jahre alte Menschen. Einer Volkszählung aus dem Jahre 1701 zufolge lebten in Klein Elbe 16 „Hausgenossen“, 26 Söhne und 30 Töchter, insgesamt hatte das Dorf also 72 Einwohner.

Ein großes Unglück ereilte Klein Elbe am Sonntag Jubilate (3. Sonntag nach Ostern) des Jahres 1722. Eine Feuersbrunst, im nordwestlichen Teil beginnend, zerstörte die halbe Ortschaft mit der Kirche. Die Hofstellen der beiden Ackerleute Hennig Rakebrandt und Adam Reupken wurden zum Raub der Flammen, wobei etliche Menschen schwer verletzt wurden, eine Tochter der Familie Reupken und eine Tochter der Familie Wolter fanden dabei den Tod in den Flammen.

In einer „Land Beschreibung“ des Dorfes Kleinen Elfe - Actum, den 13.July 1769“ ist zu lesen, dass es in Klein Elbe 6 Ackerhöfe (Giffhorn, Kumpen, Gremmel, Garbrecht, Otten, Reupcke) und 8 Kothsassen (Bruer, Wrötel, Pramann, Düerkop, Sonnemann, Brennecke, Moeker, Wolter) gab, die insgesamt ca. 218 ha Ackerland und 17 ha Wiese bewirtschafteten. An Steuern waren 24 Taler, 13 Groschen und 7 Pfenning zu zahlen. Ein großer Teil der Klein Elber Gemarkung mit der heutigen Fläche von 364 ha, musste damals erst noch urbar gemacht werden und bestand aus Wiesen und Hutungen für Kühe und Schweine.
Nach einem Liegenschaftskataster des Amtes Wohldenberg aus dem Jahre 1831 hatte sich gegenüber 1769 die Anzahl der Ackerhöfe nicht verändert. Lediglich die Anzahl der Kothsassen hatte sich um eine Hofstelle auf 9 erhöht. Namentlich aufgeführt wurden auch 5 Brinksitzer (Bauern mit wenig oder gar keinem Land - ihre Flächen waren meist gepachtet und am Rand des Dorfes gelegen) sowie 5 Anbauer (Landarbeiter, Handwerker ohne eigenes Land).

Um 1850 fand die erste Verkoppelung statt (Anm.: Zusammenlegung von Besitzparzellen zur Schaffung größerer Flächen), mit dem Erfolg der Gesamtbewirtschaftung. Weitere 100 Jahre folgte 1954 die bisher letzte Verkoppelung, genannt Flurbereinigung.
1910 wurden innerorts die nach Groß Elbe führende Straße geebnet, Fußwege und Regenwasserkanalisation angelegt sowie das abschüssige Gelände entlang der Straßenführung mit Stützmauern abgefangen. Im Jahre 1912 wurde Klein Elbe an das Stromnetz angeschlossen.
In den Jahren 1945 bis 1947 wuchs die Einwohnerzahl durch Flüchtlinge und Vertriebene von 270 auf fast 500 an. Im Jahr 1961 zählte man 335 Einwohner (davon 140 „Flüchtlinge“).
Die Landwirtschaft prägte bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts das Leben in Klein Elbe. Im Jahr 1961 gab es noch 4 landwirtschaftliche Betriebe (1 mit 500 Morgen; 3 mit 150-250 Morgen), im Handwerksbereich eine Schmiede, einen Stellmacher, eine Tischlerei, einen Maurer- und einen Dachdeckerbetrieb. Weiterhin gab es noch einen Kohlen- und Kartoffelhandel und zwei Gaststätten. Versorgt wurden die Klein Elber durch zwei Gemischtwarengeschäfte.
Auf der heute im Ortskern bestehenden Verkehrsinsel (Bushaltestelle) stand die Gastwirtschaft Gremmel / Ludewig mit Saal und Gemischtwarenladen sowie ein weiteres kleines Wohnhaus. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Kreisstraße 48 mussten diese Gebäude dem Straßenbau weichen und wurden im Jahr 1978 abgerissen, was zu einer nachhaltigen Veränderung des Dorfbildes führte.

Kirche: 1351 wird die St. Nikolaus-Kirche erstmalig erwähnt. Eine Pfarre existierte in Klein Elbe seit mindestens 1371. In diesem Jahr kann erstmals ein Leutepriester nachgewiesen werden. Seit 1542 ist nur noch ein Pfarrer mit Sitz in Groß Elbe für beide Gemeinden zuständig. Die bis dahin eigenständige Pfarre in Klein Elbe musste aufgegeben werden und wurde als Kapellengemeinde der Groß Elber Kirche angegliedert. In den Fenstern des Chors finden sich kleine Glasmalereien. Auf einer Scheibe des nördlichen Fensters ist die Kreuzigung dargestellt mit Unterschrift: „Hans Gremmel“, auf einer anderen im östlichen Fenster das Jüngste Gericht mit der Unterschrift: „Her Henni Borchtorff Pastor 1583".

Schule: Der erste namentlich genannte Lehrer war der Schneider Könnecke, der um 1750 die Klein Elber Kinder unterrichtete. In dem Schulhaus (das heutige „Schützenhaus“) befanden sich die Lehrerwohnung sowie eine Schulstube, in der der Unterricht stattfand. Mit der Schulstelle war auch der Küsterdienst verbunden. Hatten die Kinder das zehnte Lebensjahr erreicht, so waren sie verpflichtet, die Schule in Groß Elbe zu besuchen. 1883 erfolgte der Anbau eines neuen „Schullokal“ an den Nordgiebel des alten Schulhauses.
Die Schule war bis 1956 eine einklassige Volksschule. Am 29. Mai 1956 wurde der Schulzweckverband Groß und Klein Elbe gegründet. Im gleichen Jahr wurden erstmals die Klein Elber Kinder in Groß Elbe eingeschult und die Klein Elber Schule geschlossen. Von 1958 bis Ende 1970 wurde der ehemalige Schulraum als Gemeinschaftskühlhaus „Kalthaus“ genutzt. Ab 1983 ist der örtliche Schützenverein Mieter des Gebäudes und nutzt es als Vereinsheim.

Vereine: Das Vereinsleben in Klein Elbe wird von der Freiwilligen Feuerwehr, vom Schützenverein und vom Tischtennisclub „Edelweiß“ getragen.
Die Klein Elber Feuerwehr gibt es seit 1877. Im Jahr 1890 wurde das Gerätehaus erbaut. Nach einer Erweiterung im Jahr 1936 erfolgte von 1997 bis 2000 der grundlegende Um- und Erweiterungsbau einschließlich des im Obergeschoss befindlichen Dorfgemeinschaftsraumes. Die Durchführung dieser Baumaßnahme erfolgte weitgehend in Eigenleistung der Klein Elber Bürger.
Der Schützenverein wurde im Jahr 1958 gegründet. Lange Jahre war die Gasstätte Talleur nicht nur das Vereinslokal, sondern mit dem dort angebauten Schießstand auch der sportliche Mittelpunkt des Vereins. Seit 1983 nutzt der Verein nach Um- und Ausbau des ehemaligen Schulgebäudes dieses als „Schützenhaus“.
Der Tischtennisclub „Edelweiß Klein Elbe e.V.“ wurde 1950 ins Leben gerufen. Sowohl im sportlichen Bereich als auch in der Anzahl der Mitglieder hat er sich seither ausnahmslos positiv entwickelt und sich in der Region einen Namen gemacht.
Zu erwähnen ist noch der ursprünglich 1924 gegründete Gesangs- und Mandolinenverein, dessen Fahne noch heute im Dorfgemeinschaftsraum präsent ist. Nach diversen mehrjährigen Ruhephasen wurde der Verein durch Robert Küsel 1986 erneut zum Leben erweckt und in der Nachfolge der Musikverein Klein Elbe e.V. gegründet. Der Verein befindet sich wegen Spielermangel seit 2018 in Auflösung.

Verwaltung: Politisch gehört Klein Elbe seit der Eingemeindung am 1.März 1974 gemeinsam mit den Dörfern Groß Elbe und Gustedt zur Gemeinde Elbe. Neben den Gemeinden Baddeckenstedt, Burgdorf, Haverlah, Heere und Sehlde ist die Gemeinde Elbe Bestandteil der Samtgemeinde Baddeckenstedt. Am 18. Mai 2022 hatte Klein Elbe 246 Einwohner.

Klein Elbe im November 2023- Ortsheimatpfleger Herrn Manfred Behrens

Quellenangabe:
K.Junicke, Urkundenbuch des Hochst.Hildesheim erster Teil; Bode, Urkundenbuch der Stadt Goslar 1. und 2.Teil Bistumsarchiv Hildesheim; Dorfchronik Groß Elbe, Festschrift 850-Jahr-Feier 1982; Ortsfamilienbuch Groß und Klein Elbe 1709-1875; Kurzchronik Wilfried Bartels; Schulchronik Klein Elbe; Aufzeichnungen Arnold Otto sen. Klein Elbe Landesarchiv Nieders.- Flurkarte Klein Elbe 1831


Gustedt

Der Ort Gustedt liegt am Rand des Urstromtales der Innerste im nordöstlichen Teil der Gemeinde Elbe, geschützt durch die Gustedter Berge nach Norden und dem Hakelberg und Hamberg nach Osten. Mehrere wasserführende Bäche durchfließen den Ort. Der Name änderte sich durch die Jahrhunderte von 840 Gutstete, 1220 Gustat, 1227 Guste, 1333 Gusteyde.

Das älteste Zeugnis menschlicher Besiedelung ist ein Tonkrug, der beim Brunnenbau der ehemaligen Molkerei gefunden worden ist und aus der Jüngeren Steinzeit (vor drei- bis viertausend Jahren) stammen soll. Schriftlich erwähnt wurde Gustedt erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda, die aus der Amtszeit des Fuldaer Abtes Ratgar (802 - 817) stammt. 1330 bauen die Herren von Wallmoden ohne Genehmigung ihrer Landesherren ihren Hof zu einer Burg aus. Bischof Otto v. Hildesheim und Fürst Heinrich v. Braunschweig forderten den Abriss und so blieb Gustedt ohne eine Burg. 1326 gab es nachweislich bereits eine Kirche in Gustedt, die 1420 durch einen teilweisen Neubau erweitert wurde (Eckstein an der Süd-Ost Seite der Kirche). Erhebliche Schäden entstanden dem Ort im Dreißigjährigen Krieg. 1670 wurde unter dem Pastor Adam Engelmann in Gustedt eine Schule eingerichtet, die 300 Jahre Bestand hatte.

Nach mehrfachem Herrschaftswechsel in den folgenden Jahrhunderten wurde der Ort durch den Wiener Kongress 1814/15 dem Königreich Hannover zugesprochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Dorf, dessen Böden zu den fruchtbarsten der Region gehören, bereits eine stürmische Entwicklung hinter sich. Die Zahl der Einwohner hatte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahezu verdoppelt (166 Einwohner 1539, 296 Einwohner 1815). Mit der zunehmenden Modernisierung und Mechanisierung der Landwirtschaft, die über Jahrhunderte hinweg die wirtschaftliche Grundlage des Ortes war, gingen in der Folgezeit wichtige Arbeitsplätze verloren. Ein Teil der erwerbstätigen Bevölkerung wanderte ab.

Am l8.5.1867 wurden der Männergesangverein und am 10.5.1908 die Freiwillige Feuerwehr Gustedt gegründet. Grundlegende Veränderungen traten während des 2. Weltkrieges durch Umstrukturierung des Raumes Salzgitter vom Agrar- zum Industriegebiet ein. Die Aufnahme von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Kriege führte zur Erschließung des Baugebietes Kampstraße. Der Ort entwickelte sich zu einer Wohngemeinde für die in der Stadt Salzgitter befindlichen Arbeitsplätze in der Industrie und Wirtschaft.1973 gründeten 37 Mitglieder aus der 1966 entstandenen Schießsportabteilung des Sportvereins Gustedt den ,,Schützenverein Gustedt 1966 e.V“.

1941 wurde das Dorf vom Landkreis Hildesheim-Marienburg abgetrennt und dem Landkreis Wolfenbüttel zugeschlagen. Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform wurde Gustedt 1974 mit Groß- und Klein Elbe zur Gemeinde Elbe zusammengeschlossen, die Teil der Samtgemeinde Baddeckenstedt wurde. Die Kinder der Gemeinde wurden in Groß-Elbe beschult und die Gustedter Schule zu einem Kindergarten mit 40 Kindergartenplätzen für die Orte der Gemeinde Elbe umgebaut. Im Jahr 1998 erfolgte eine Erweiterung.

Trotz des Wandels der wirtschaftlichen und sozialen Struktur ist dem 740 Einwohner großen Dorf Gustedt eine dörflich ländliche Struktur erhalten geblieben mit einem lebendigen Gemeinschaftsleben, das für das Leben auf dem Lande spricht.

Aus der Festschrift übernommen von Ortsheimatpfleger Herrn Hans Joachim Lüer


Realsteuerhebesätze Elbe

Realsteuerhebesätze für das Jahr 2026

1. Grundsteuer
a) für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe (Grundsteuer A) 385 v.H.
b) für die Grundstücke (Grundsteuer B) 385 v.H.

2. Gewerbesteuer 400 v.H.

Die Hebesätze werden im Rahmen der anstehenden Haushaltsplanberatungen diskutiert und es kann demnach noch zu Veränderungen kommen.

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